FRANZ. Industrieböden GmbH

Fachwissen

Industrieböden, verständlich erklärt.

Welcher Bodenaufbau passt zu welcher Halle? Warum gibt es Fugen – und sind Risse ein Mangel? Hier bündeln wir das Wichtigste aus über zwei Jahrzehnten Industriebodenbau.

Norm
DIN 18202
Bauarten
gefugt & fugenlos
Bewehrung
Matten & Faser
Erfahrung
seit 2000

Bauarten

Gefugt oder fugenlos?

Die Beanspruchung entscheidet über den Aufbau der Bodenplatte. Grundsätzlich gibt es zwei Wege – beide bauen wir, je nach Last, Nutzung und gewünschter Ebenheit.

Gefugter Betonboden

Der Klassiker: Die Fläche wird durch geschnittene Scheinfugen in Felder geteilt, die das Schwinden des Betons kontrolliert aufnehmen. Wirtschaftlich und für die meisten Nutzungen die richtige Wahl.

  • Geringe bis hohe, „normale“ Beanspruchung
  • Bewährt und kosteneffizient
  • Fugen in geplantem Raster

Fugenloser, bewehrter Boden

Wo höchste Ansprüche gelten – Hochregallager, Schwerlast, große zusammenhängende Flächen – führen wir bewehrte, schwindfugenarme bis fugenlose Platten aus.

  • Hochregallager & Schwerlast
  • Große, fugenarme Flächen
  • Höchste Anforderungen an die Ebenheit

Bewehrung

Stahlfaser oder Bewehrungsmatten?

Beide übernehmen die Zugkräfte im Beton – nur auf unterschiedliche Weise.

Bewehrungsmatten

Klassische Stahlmatten nehmen Zugkräfte gezielt dort auf, wo Lasten konzentriert auftreten. Bewährt, planbar und für viele Bauteile die naheliegende Lösung.

  • Gezielte Lastabtragung
  • Etabliert und nachweisbar
  • Frei dimensionierbar

Stahlfasern

Über den Querschnitt verteilte Stahlfasern bewehren die ganze Platte. Das ermöglicht fugenärmere, wirtschaftliche Flächen, die zügig eingebaut werden können.

  • Fugenärmere Großflächen
  • Wirtschaftlich & schnell im Einbau
  • Gleichmäßige Bewehrung

Was im Einzelfall günstiger und sinnvoller ist, prüfen und empfehlen wir im Rahmen unserer Bauplanung – oft ist auch eine Kombination beider Prinzipien die beste Lösung.

Oberfläche

Verschleißfest durch Hartstoff.

Die meisten Schäden an einem Industrieboden entstehen oben – durch Abrieb, Stapler und Schwerlast. Mit einer Hartkorneinstreuung machen wir die Nutzschicht besonders widerstandsfähig: Ein mineralisches oder metallisches Hartstoffgemisch wird in den frischen Beton eingestreut und einglättet.

  • Frisch in frisch: Hartstoff in einem Arbeitsgang mit der Platte – spart Zeit und Kosten.
  • Mit Haftbrücke: nachträglich auf den ausgehärteten Beton aufgebracht.
  • Lieferbar in allen Güteklassen, auf Wunsch eingefärbt.

Fugentechnik

Warum Fugen über die Lebensdauer entscheiden.

Beton schwindet und arbeitet. Fugen geben diesen Bewegungen einen geordneten Ort – richtig geplant verhindern sie Schäden, falsch ausgeführt verursachen sie welche.

Fugenarten

  • Schein-/Schnittfugen: steuern die Rissbildung im geplanten Raster.
  • Raumfugen: trennen große Flächen und Bauteile voneinander.
  • Pressfugen: an Anschlüssen, Stützen und Einbauteilen.

Profile & Verguss

  • Schwerlast-Fugenprofile für Innenflächen
  • Fugenprofile für Frei- und Außenflächen
  • Sanierungsprofile für bestehende Böden
  • Dauerelastischer Fugenverguss

Rissbildung

Sind Risse ein Mangel?

Nicht automatisch. Die Bemessungsregeln des Betonbaus akzeptieren eine begrenzte Rissbildung – der Deutsche Beton- und Bautechnik-Verein (DBV) beschreibt feine Risse als bauartbedingt und damit grundsätzlich dazugehörend.

Entscheidend ist, Risse klein und unschädlich zu halten. Das gelingt über die richtige Fugenanordnung, eine passende Bewehrung und eine fachgerechte Nachbehandlung des frischen Betons – genau hier liegt unsere Erfahrung.

Ebenheit

Ebenheit nach DIN 18202.

Wie eben ein Boden sein muss, hängt von der Nutzung ab. Wir führen Industrieböden nach DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 oder 4 aus – die maßgeblichen Zeilen für erhöhte und hohe Ebenheitsanforderungen.

Für anspruchsvolle Anwendungen wie Schmalganglager mit Hochregalstaplern stimmen wir den Toleranzrahmen vor Baubeginn klar mit Ihnen ab. Den lasergesteuerten Einbau richten wir konsequent auf diese Vorgaben aus.

Norm
DIN 18202
Tabelle
3, Zeile 3/4

Pflege & Werterhalt

Einpflege & Imprägnierung.

Ein Betonboden soll lange ansehnlich und belastbar bleiben. Bei der Einpflege wird ein penetrierendes Mittel auf die Oberfläche aufgebracht, das in den Beton einzieht, ihn verdichtet und schützt.

  • Bindet Staub und reduziert das Abpudern
  • Erhöht die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche
  • Erleichtert die Reinigung im Betrieb

Eine Einpflege ist keine aufgesetzte Beschichtung, sondern eine in den Beton einziehende Behandlung. Epoxid- oder ESD-Beschichtungen führen wir nicht aus.

Sonderlösung

Industrieboden mit Flächenheizung.

Auf Wunsch integrieren wir eine Flächenheizung direkt in die Bodenplatte. Die Wärme verteilt sich gleichmäßig über die gesamte Fläche, statt punktuell von Heizkörpern auszugehen.

  • Gleichmäßige Wärme über die ganze Fläche
  • Keine Heizkörper – der Raum bleibt voll nutzbar
  • Energieeffizienter Betrieb

Ob sich eine Flächenheizung für Ihr Gebäude lohnt, hängt von Nutzung und Aufbau ab. Sprechen Sie uns an – wir prüfen das gemeinsam.

Bestandsböden

Sanierung & Instandsetzung.

Nicht jeder beanspruchte Boden muss neu gebaut werden. Häufig lässt sich ein bestehender Industrieboden instand setzen und seine Nutzungsdauer deutlich verlängern.

  • Fugen- und Kantensanierung
  • Schließen von Rissen
  • Aufarbeitung verschlissener Oberflächen

Hinweis: Wir führen Sanierungsarbeiten aus, erstellen jedoch keine Gutachten.

Normen & Regelwerke

Woran wir uns orientieren.

Für Industrieböden aus Beton gibt es keine eigene DIN-Norm – maßgeblich ist das Zusammenspiel mehrerer Regelwerke. An diesen richten wir Planung und Ausführung aus.

  • DIN 18202 – Toleranzen im Hochbau, maßgeblich für die Ebenheit (Tabelle 3, Zeile 3 oder 4).
  • DIN 15185 – Ebenheits­anforderungen für Flächen mit Schmalgangstaplern (Hochregallager).
  • DIN EN 206 / DIN 1045 – Festlegung, Eigenschaften und Herstellung von Beton.
  • DAfStb-Richtlinie „Stahlfaserbeton“ – Grundlage für Bemessung und Ausführung von Stahlfaserbeton.
  • DIN 18560 – Estriche und Hartstoffe, u. a. für die Hartstoffeinstreuung.
  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG) – Anforderungen an flüssigkeitsdichte Flächen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.
  • DBV-Merkblätter – Hinweise des Deutschen Beton- und Bautechnik-Vereins, u. a. zur Rissbildung.

Glossar

Begriffe kurz erklärt.

Die wichtigsten Fachbegriffe rund um Industrieböden aus Beton – auf den Punkt.

  • Stahlfaserbeton – Beton, dessen Bewehrung über im Querschnitt verteilte Stahlfasern erfolgt; ermöglicht fugenärmere, tragfähige Bodenplatten.
  • Hartkorneinstreuung – Einstreuen eines mineralischen oder metallischen Hartstoffs in den frischen Beton für eine besonders abriebfeste Oberfläche.
  • Flügelglätten – maschinelles Glätten der frischen Betonoberfläche zu einer dichten, hoch belastbaren Nutzschicht.
  • Laser-Screed – lasergesteuerte, selbstfahrende Abziehmaschine für großflächigen, hochpräzisen Betoneinbau.
  • Scheinfuge – geschnittene Sollbruchstelle, die die Rissbildung in ein geplantes Raster lenkt.
  • Ebenheit – zulässige Höhenabweichung der Oberfläche, geregelt über DIN 18202 (bzw. DIN 15185 im Schmalganglager).
  • Deckenaufbeton – auf eine Decke oder Fertigteile aufgebrachte, lastverteilende Betonschicht.
  • WHG – Wasserhaushaltsgesetz; verlangt flüssigkeitsdichte Flächen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen.
  • Überwachungsklasse ÜK II – Beton mit erhöhten Anforderungen und verstärkter Überwachung von Herstellung und Einbau.
  • Fugenarme Bauweise – Reduktion der Fugen durch bewehrte, großformatige Felder; senkt den Wartungsaufwand.

FAQ

Häufige Fachfragen.

Gefugter oder fugenloser Industrieboden – was ist besser?

Das hängt von Last und Nutzung ab. Gefugte Böden mit geschnittenen Scheinfugen sind wirtschaftlich und für die meisten Hallen die richtige Wahl. Wo sehr hohe Lasten, Hochregallager oder große zusammenhängende Flächen gefragt sind, führen wir bewehrte, schwindfugenarme bis fugenlose Platten aus. Die passende Bauart empfehlen wir im Rahmen der Planung.

Stahlfaserbeton oder Bewehrungsmatten?

Beide nehmen Zugkräfte im Beton auf. Bewehrungsmatten eignen sich, wenn Lasten gezielt und konzentriert auftreten. Stahlfasern werden über den gesamten Querschnitt verteilt und ermöglichen fugenärmere, wirtschaftliche Flächen mit schnellem Einbau. Welche Variante günstiger ist, prüfen wir projektbezogen.

Welche Ebenheit ist nach DIN 18202 möglich?

Wir führen Böden nach DIN 18202, Tabelle 3, Zeile 3 oder 4 aus – je nach Anforderung an die Ebenheit. Für besonders hohe Ansprüche, etwa im Schmalganglager, stimmen wir den Toleranzrahmen vorab mit Ihnen ab.

Worauf kommt es bei Industrieböden im Außenbereich an?

Außenflächen müssen Frost, Wasser und Temperaturwechsel standhalten. Wichtig sind ein frostsicherer Aufbau, ein geplantes Gefälle und eine funktionierende Entwässerung. Wo wassergefährdende Stoffe im Spiel sind, führen wir die Fläche flüssigkeitsdicht nach WHG aus.

Was bedeutet Oberflächen-Einpflege bzw. Imprägnierung?

Bei der Einpflege wird ein penetrierendes Mittel auf die Betonoberfläche aufgebracht, das sie verdichtet und schützt. Das bindet Staub, erhöht die Widerstandsfähigkeit und erleichtert die Reinigung. Im Gegensatz zu einer Beschichtung bleibt es eine in den Beton einziehende Behandlung.

Lohnt sich ein Industrieboden mit Flächenheizung?

Eine in die Bodenplatte integrierte Flächenheizung verteilt Wärme gleichmäßig über die Fläche und macht Heizkörper überflüssig, sodass der Raum voll nutzbar bleibt. Ob sich das für Ihr Gebäude rechnet, hängt von Nutzung und Aufbau ab – dazu beraten wir Sie.

Kann ein bestehender Industrieboden saniert werden?

In vielen Fällen ja. Wir setzen Fugen und Kanten instand, schließen Risse und arbeiten verschlissene Oberflächen auf. So lässt sich die Nutzungsdauer eines bestehenden Bodens oft deutlich verlängern. Gutachten erstellen wir allerdings nicht.

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Ob Neubau, Sanierung oder die richtige Bauart – beschreiben Sie uns Ihr Vorhaben. Wir beraten Sie aus über zwei Jahrzehnten Praxis im Industriebodenbau.

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